Naschkatze * Neues aus der Welt der süßen Genüsse

Schmilzt nicht, gut für die Zähne, verschönert die Haut: Die neue Schokolade

Posted in forschung, informatives, süßwarenindustrie by Astrid Kopp on 2009, Juli 17

In dieser Woche kam man als Naschkatze kaum an der Meldung vorbei, der Schweizer Schokoladenproduzent Barry Callebaut habe eine Schokolade entwickelt, die kalorienarm und hitzefest ist (nachzulesen z.B. hier oder hier). Das erinnerte mich daran, dass ich im Februar auf der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln schon von einigen anderen „Schoko-Innovationen“ gehört hatte, und darüber für die Frankfurter Neue Presse geschrieben habe. Der Artikel ist also schon etwas älter, aber vermutlich immer noch aktuell. Deshalb poste ich ihn jetzt auch mal hier:

 

Schokolade als Zahnschutz

Schokolade als Zahnschutz

Schokolade als Zahnschutz

Süßwarenmesse überrascht mit Naschwerk, das gesund macht

Von Astrid Walter

Köln. Um die Haut zu straffen, das Gehirn besser zu durchbluten, das Herz zu schützen, den Zahnschmelz zu stärken und auch noch die Darmtätigkeit zu unterstützen, ist bald nur noch eines erforderlich: Naschen.
 
Funktionales Essen ist in der Nahrungsmittelbranche schon länger ein Thema, wohl jeder kennt beispielsweise den probiotischen Joghurt, dessen Bakterien die Verdauung fast von selbst miterledigen und für flache Bäuche sorgen sollen. Bei der heute in Köln zu Ende gehenden internationalen Süßwarenmesse (ISM) wurde klar: Der Trend ist auf die Süßwarenbranche übergeschwappt.
 
Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut stellte auf der Messe eine ganze Kollektion gesunder Schokoladen vor. Dabei reichern die Schweizer ihre Sorten mit ebenjenen probiotischen Joghurtkulturen an oder machen sich den natürlichen Anteil von Flavanolen im Kakao zunutze. Flavanole gehören zur Gruppe der Antioxidantien und jene versehen auch das tägliche Gläschen Rotwein und den grünen Tee am Morgen mit einer herzschonenden Wirkung. Außerdem sollen sie noch den Blutfluss verbessern. Davon profitiert das Gehirn ebenso wie die Haut.
 
Reiner Kakao enthält viele dieser begehrten Antioxidantien, aber bei der Herstellung von Schokolade gehen üblicherweise bis zu 70 Prozent verloren. Dank neuer Verarbeitungsverfahren sei es Barry Callebaut nun gelungen, diese Verluste bei circa 20 Prozent zu halten, berichtet Steffen Jarzombeck, Vertriebsleiter Deutschland des Unternehmens.
 
Die auf diese Art produzierte Schokolade enthalte im Vergleich zu Standardschokolade circa die dreifache Menge an Flavanolen. Damit die auch ihre volle Wirkung entfalten, müsse der gesundheitsbewusste Nascher nur ein kleines Stück essen das allerdings möglichst täglich.
 
Bei so viel gesunder Wirkung ist es nicht verwunderlich, dass die Marke Stollwerck eine Schokolade mit vielen Antioxidantien in Deutschland bereits über Apotheken vertreibt.
 
Bisher noch nicht bei uns zu kaufen, aber sicher schon vor allem von Müttern sehnsüchtig erwartet, ist die erste zahnschonende Schokolade. In Belgien steht sie schon seit Dezember 2008 in den Regalen, in Deutschland soll sie noch in diesem Jahr genascht werden können, versichert Steffen Jarzombeck.
 
Um die zahnschonende Schokolade zu kreieren, habe Barry Callebaut Milchpulver durch Milchprotein ausgetauscht und den üblicherweise verwendeten Zucker Saccharose durch den auch im Honig enthaltenen Zucker Isomaltulose ersetzt. Dieser habe den Vorteil, dass er den pH-Wert im Mund nicht senke und somit den Zahnschmelz nicht angreife.
 
Noch weiter geht eine Erfindung des Süßwarenproduzenten Trolli. Geschäftsführer Herbert W. Mederer berichtet, man habe Gummibärchen entwickelt, die vereinfacht ausgedrückt, den Zahnschmelz schneller aufbauen, als er von den entstehenden Säuren angegriffen werden kann. Die Wirkung sei zwar von der Universität Würzburg bestätigt, allerdings müsse noch eine zweite Studie durchgeführt werden, bis die Supernascherei in deutschen Regalen liegen dürfe.
 
Auf diesen Dämpfer noch eine gute Nachricht zum Schluss: Ein kurzer Geschmackstest auf der Messe bewies: Die neuen funktionalen Naschereien schmecken noch genauso sündig wie ihre ausschließlich für den Genuss gedachten Vorgänger. Die Vorgabe, sie für den idealen Effekt regelmäßig zu verzehren, dürfte damit leicht zu erfüllen sein. Schwierig wird es allerdings sein, sich auf kleine Mengen zu beschränken. 

(c) Frankfurter Neuen Presse (erschienen am 4. Februar 2009)

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Eine Antwort

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  1. Jonas said, on 2011, Juli 19 at 12:18 pm

    Es ist natürlich ein Werbungstrick, damit sich die Schokolade gut verkauft. Man kann nichts B
    esseres auszudenken, als zu sagen, dass das Produkt, das bei allen so beliebig ist, gesund ist.


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